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Land & Leute

27
Nov2015
Eldorado - Kolumbiens goldene Legende ©reise-nach-kolumbien.de -- Das Goldfloß von Eldorado

Eldorado, das legendäre Goldland, soll in Kolumbien gelegen haben. So besagt es die Legende, die die Gier der spanischen Eroberer bereits im 16. Jahrhundert weckte. Wo aber liegt Eldorado denn nun?

Das „Goldfloß von Eldorado“ gilt bis heute als Beweis dafür, dass jeder neue Herrscher der Muisca, eines indigenen kolumbianischen Volkes, bei seinem Amtsantritt einem Sonnengott Goldopfer bringen musste. Die Legende besagt, dass dies in der Lagune Guatavita geschah, einem 2.600 Meter hoch gelegenem Bergsee in der Nähe von Bogotá. Dort, in der Hauptstadt Kolumbiens, ist das Goldfloß von Eldorado heute das Prunkstück unter den 35.000 Ausstellungsstücken des prächtigen Museo del Oro. Das 18 Zentimeter lange Goldartefakt wurde im Jahr 1969 in einer Höhle südwestlich von Bogotá gefunden und stammt wohl aus der Zeit zwischen 600 bis 1600 n. Chr.

Goldopfer für den Sonnengott der Muisca

Zusammen mit anderen Adligen und beladen mit viel Gold und Edelsteinen fuhr der neue Herrscher auf einem solchen Floß bis zur Mitte der Guatavita-Lagune und versenkte dort das mitgebrachte Geschmeide. Und weil der Herrscher zusätzlich mit einer goldenen Paste oder Goldstaub eingerieben war, entstand der ursprüngliche Begriff „El Dorado“, was mit der Goldene oder der goldene Mann übersetzt werden kann. Im Laufe der Zeit wurde aus El Dorado der Inbegriff für das goldene Land Eldorado. Der Sonnengott seinerseits war nach den Opfergaben vermutlich zufrieden und bescherte dem Herrscher womöglich eine goldene Amtszeit. Soweit der Glaube der Muisca.

Der Mythos von Eldorado, jenem fabelhaften, reichen und gepriesenem Land, basiert auf dieser kolumbianischen Legende, über die spanische Chronisten ab dem 16. Jahrhundert in ihrer Heimat berichteten. Rasch verbreitete sich der Bericht und immer mehr von Gier getriebene Konquistadoren machten sich in Südamerika auf die Suche nach Eldorado. So trug die Legende von Eldorado maßgeblich dazu bei, dass Südamerika von den Spaniern erobert, erkundet und unterworfen wurde. Den riesigen Goldschatz des sagenhaften Eldorado konnten sie aber nicht finden, weder in der Lagune von Gutavita, die mehrfach versucht wurde trocken zu legen und tatsächlich einige Goldfunde zum Vorschein brachte, noch sonst wo. Bis heute ist Guatavita ein beliebtes Ausflugsziel – nicht nur für Schatzsucher – und inzwischen sogar nationales Erbe Kolumbiens.

Goldsuche in Kolumbien

Zwar sind Kolumbiens Böden tatsächlich reich an Gold, ein Eldorado, wie es die Spanier hier vermuteten, gibt es allerdings in ganz Kolumbien keines. Noch heute jedoch, scheint so mancher auf der Suche nach seinem ganz persönlichen Eldorado zu sein, werden die Böden und die Natur auf der Suche nach Gold in Kolumbien doch immer stärker ausgebeutet: Alleine seit  dem Jahr 2006 hat sich Kolumbiens Goldausstoß auf über 60 Tonnen jährlich mehr als verdreifacht. Die Minen und die teilweise unprofessionellen Schürfmethoden der vielen illegalen Goldsucher hinterlassen große Zerstörungen und das zur Goldgewinnung eingesetzte, hochgiftige Metall Quecksilber verschmutzt Flüsse und Landschaften immer mehr.  

Im Interesse der Umwelt sollte man sich also darauf besinnen, die Zeitzeugen Südamerikas goldener Vergangenheit im reichhaltigen Museo del Oro zu bewundern – aufgrund der schieren Menge an Gold besteht allerdings die Gefahr, dass man dann selbst an die Legende von Eldorado zu glauben beginnt. Und wenn man dann noch bedenkt, dass ein Teil der Ausstellungsstücke tatsächlich vom Grund kleiner Seen und Lagunen wie jener von Guatavita stammt, wird man doch stutzig. So ist das eben mit Legenden wie jener von Eldorado: auch wenn nicht alles Gold ist, was glänzt, ein Fünkchen Wahrheit steckt wohl immer dahinter.

Kolumbien hat aber noch viel mehr zu bieten, als nur Gold: Kolumbiens Sehenswürdigkeiten

Video: Das Museo del Oro

 

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