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Land & Leute

20
Sep2015

Nairo Quintana – Leichtgewicht und Volksheld

Nairo Quintana – Leichtgewicht und Volksheld „Nairo Quintana - Criterium du Dauphiné 2012 - 1ere étape“ von Matthieu Riegler, CC-by. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nairo_Quintana_-_Criterium_du_Dauphin%C3%A9_2012_-_1ere_%C3%A9tape.jpg#/med

Mit seinem niedrigen Gewicht ist der kolumbianische Radrennfahrer Nairo Quintana eine echte „Bergziege“. Das bewies der Giro d´Italia-Sieger von 2014 auch bei der diesjährigen Tour de France.


Nairo Qintana stammt aus dem Hochgebirge Kolumbiens, genauer gesagt aus dem Ort Cómbita, der auf 2.800 Metern Höhe liegt. Allein das bedeutet schon ein Vorteil in Sachen Sauerstofftransport des Blutes. Sein täglicher Schulweg betrug darüber hinaus knapp 40 Kilometer (hin und zurück), sein altes Fahrrad wog um die 20 Kilo. Zur Schule hin war dies kein Problem, ging es doch überwiegend bergab ins Tal. Zurück jedoch wartete eine achtprozentige Steigung auf Quintana, die den Grundstein für das legte, was er heute auf dem Rennrad zu leisten im Stande ist. Einem internationalen Publikum bewies das der 25-jährige Straßenradrennfahrer erstmals bei der Tour de France 2013, als er neben dem Weißen Trikot für den besten Jungprofi auch noch das Gepunktete Trikot für den besten Bergfahrer gewann. Obendrein sprang noch Platz zwei auf der Etappe zum legendären Mont Ventoux, ein Etappensieg und der sensationelle zweite Platz in der Gesamtwertung für ihn heraus.  

Bergspezialist mit kleinem Gewicht

Mit einem Mal befand sich Nairo Quintana in der Weltspitze – im Alter von 23 Jahren und mit einem Gewicht von nur 58 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,67 Metern. Der kräftezehrende Schulweg hatte ihn stets daran gehindert, überhaupt Gewicht anzusetzen. Quintanas Fahrstil entspricht dem eines typischen Bergspezialisten, geht er doch meist aus dem Sattel und wippt mit schnellen Tretbewegungen den Berg hinauf.

2012 hatte sich das Profiteam Movistar die Dienste des Leichtgewichts gesichert, der als bisher einziger Kolumbianer den Giro d´Italia (2014) gewinnen konnte und dadurch schon jetzt ein Volksheld in Kolumbien ist. So wurde er in seinem Heimatland in den Jahren 2013 und 2014 zum Sportler des Jahres gewählt. Geboren wurde Nairo Quintana in Tunja, aufgewachsen ist er in den Bergen des Departamentos Boyacá, wo traditionell die besten Radfahrer Kolumbiens herkommen. Seine Familie war damals zu arm, um sich den Schulbus leisten zu können – was sich für seine Rennfahrer-Karriere als Glücksfall herausstellen sollte. Auch für seine Eltern, kaufte Quintana, der mit vollem Namen Nairo Alexander Quntana Rojas heißt, seinen Eltern von seinem ersten Profi-Geld doch eine Waschmaschine und eine Bäckerei.

Quintana bei der Tour de France 2015

Nachdem er im vergangenen Jahr in Frankreich nicht am Start war, ritt Nairo Quintana 2015 erneut auf der Welle des Erfolgs. Er belegte den zweiten Rang in der Gesamtwertung und gewann das weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers.

 

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