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Kultur

08
Jan2014

Kolumbianischer Fußball - Die Nationalmannschaft

Kolumbianischer Fußball - Die Nationalmannschaft reise-nach-kolumbien.de

Fußball in Lateinamerika – das ist Leidenschaft pur. Das gilt natürlich auch für Kolumbien. Wir stellen den WM-Teilnehmer Kolumbien näher vor.

Leider sind die kolumbianischen Fußballfans vom Ligafußball nicht allzu verwöhnt, da ihre besten Kicker allesamt im Ausland, vor allem in Europa, spielen. Dort holten sich Stars wie Radamel Falcao oder James Rodríguez nun aber den letzten internationalen Feinschliff, um ihre Nationalmannschaft, die Cafeteros, endlich wieder zu einer Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft zu schießen. Irgendwie passend, dass diese 2014 im Nachbarland Brasilien stattfindet.

Kolumbiens Fußball Geschichte

Liegt die erste WM-Teilnahme Kolumbiens inzwischen bereits über 50 Jahre zurück (Chile 1962. Aus in der Vorrunde) konnte sich Kolumbien letztmalig 1998 für die WM in Frankreich qualifizieren. Nach Niederlagen gegen England und Rumänien genügte der 1:0 Sieg gegen Tunesien nicht, um die Gruppenphase zu überstehen. Auch 1994 war es Kolumbien gelungen, sich für die WM in den USA qualifizieren. In der damaligen Qualifikation erlebte Kolumbien mit dem 5:0 Sieg in Argentinien einen Höhepunkt seiner fußballerischen Geschichte, wurde dadurch bei der WM sogar als Geheimfavorit gehandelt. Allerdings schied Kolumbien auch diesmal bereits in der Vorrunde aus. Mit dem anschließenden Mordanschlag auf Nationalspieler Andrés Escobar, dem beim Spiel gegen die USA ein Eigentor unterlaufen war durch das Kolumbien mit 1:2 verlor, erlebte Kolumbien statt eines weiteren fußballerischen Höhepunktes hingegen einen tragischen Tiefpunkt in Sachen WM-Teilnahmen.

Kolumbiens Goldene Generation

Noch vier Jahre zuvor erreichte die „Goldene Generation“ um Rekordnationalspieler Carlos Valderrama immerhin das Achtelfinale der WM. Beim Turnier in Italien trotzten die Kolumbianer in der Vorrunde sogar dem späteren Weltmeister Deutschland ein 1:1-Unentschieden ab. Viele Fußballfans hierzulande werden sich noch an Valderramas wilde Lockenmähne und seine minutenlange Showeinlage erinnern, als er „verletzt“ am deutschen Strafraum lag und vom Platz getragen werden musste. Nur Sekunden später stand er wieder topfit an der Seitenlinie, um erneut am Spiel teilzunehmen. Klaus Augenthaler hatte „El Pibe“ (der Junge), wie Valderrama in Kolumbien noch immer liebevoll genannt wird, zwar gefoult, allerdings war es kein brutaler Tritt gewesen. Ob Valderrama hinterher Angebote aus Hollywood bekam, ist bis heute nicht bekannt.

Mit im Team der Kolumbianer waren damals übrigens auch der schillernde Paradiesvogel im Tor, René Higuita, Freddy Rincón, der das 1:1 erzielt hatte, und auch schon Andrés Escobar. Im Achtelfinale war damals Schluss für Kolumbien, man scheiterte an Kamerun und Roger Milla. Der „Lambada-Tänzer erzielte beide Tore zum 2:1-Sieg in der Verlängerung. Das zweite Tor resultierte aus einem folgenschweren Fehler von René Higuita, der den Ball nach einem seiner zahlreichen Ausflüge aus seinem Strafraum an Milla verlor.

Im Bild: "Chicho" Serna und Carlos Valderrama (re.) beim Video-Dreh zu Kolumbiens WM-Song "Dame una Alegria" der Punk-Band Tr3s de CoraZon

Kolumbien – Südamerikameister 2001

Dass das Ausgleichstor für Kolumbien in der Nachspielzeit gefallen war, die wegen Valderramas Showeinlage besonders lange ausfiel, kann man als Fan der deutschen Mannschaft heute wohl aufgrund des späteren Finalsieges gegen Argentinien getrost vernachlässigen. Allerdings prägte eben jener Valderrama den Fußball Kolumbiens lange Jahre. Seinerzeit – und das war auch die Zeit eines Zico und eines Maradonas – wurde er zwei Mal zu Südamerikas Fußballer des Jahres gewählt (1987, 1993). Beim einzigen großen Titel, den die kolumbianische Nationalmannschaft erringen konnte, der Copa América (Pendent zur hiesigen EM) 2001 im heimischen Kolumbien, war aber auch er nicht mehr in der Nationalmannschaft aktiv. Das Team des damaligen Nationaltrainers Francisco Maturana gewann in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá mit 1:0 gegen Mexiko durch ein Kopfballtor von Abwehrspieler Iván Córdoba.


Kolumbiens Fußball 2014 – WM-Teilnahme in Brasilien

Nach der bis dato letzten erfolgreichen WM-Qualifikation für Frankreich 1998 und den bisher insgesamt vier WM-Teilnahmen, hat sich die kolumbianische Nationalmannschaft nun also erneut und zudem hochverdient für die WM-Endrunde in Brasilien qualifiziert. Kolumbien wurde in der südamerikanischen Qualifikationsgruppe hinter dem zweimaligen Weltmeister Argentinien zweiter. Dabei ließ Kolumbien die wenigsten Gegentore aller Teams (nur 13 in 16 Spielen) zu. Wenn es stimmt, dass man mit einer soliden Abwehr Turniere gewinnt, dann muss man Kolumbien 2014 in Brasilien also auf der Rechnung haben. Zumindest wenn es um das Erreichen der KO-Spiele geht.

Falcao ist der aktuelle Star der Kolumbianer

Gerade die Offensivkräfte der neuen kolumbianischen Fußballer-Generation sorgen im gegnerischen Strafraum häufig für Angst und Schrecken. Mit Radamel Falcao vom AS Monaco wirbelt einer der teuersten Stürmer der Welt im Angriff der Cafeteros. Falcao war beim FC Porto (2011) und bei Atlético Madrid (2012) zweimal hintereinander Torschützenkönig der Europa League, die er mit seinem jeweiligen Verein dann auch gewann. Vor der Saison 2013/14 wechselte er nun gemeinsam mit seinem Nationalmannschaftskollegen James Rodríguez zum AS Monaco. Als Ablösesumme stehen bei diesem Transfer bis zu 60 Millionen Euro im Raum.

Ob „Geld“, oder besser gesagt der teuerste kolumbianische Fußballer, auch bei der WM in Brasilien Tore schießen wird, bleibt abzuwarten. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit doch recht hoch, scheint Radamel Falcao García Zárate, wie er mit vollem Namen heißt, doch eine eingebaute Torgarantie zu haben. Alleine in der französischen Liga erzielte er bisher bereits 9 Tore in 14 Spielen von Anfang an für seinen neuen Verein AS Monaco.

Achtbare Auftritte auch gegen europäische Teams

Mit diesem Topstar im Sturm und einer dichten Abwehr ist Kolumbien bei der kommenden WM also durchaus etwas zuzutrauen. Die kolumbianische Bevölkerung selbst ist nach der guten WM-Qualifikation ohnehin fest von einem guten Abschneiden ihrer Mannschaft überzeugt. Grenzenlos war der Jubel nachdem die WM-Teilnahme bereits vorzeitig gesichert wurde. Der argentinische Trainer der Cafeteros, José Pekerman, gilt bereits als Volksheld in Kolumbien. Und auch bei der Auslosung der Vorrunden-Gruppe hatte Kolumbien Anfang Dezember ein wenig Glück gehabt. So gilt Kolumbien in seiner Gruppe C mit der Elfenbeinküste, Griechenland und Japan als Favorit. Und auch bei einem Weiterkommen sähe es vom Papier her gut für die Kolumbianer aus, würde man als Gruppenerster einem direkten Aufeinandertreffen mit einem der Topfavoriten Spanien und Gastgeber Brasilien erst einmal aus dem Weg gehen, sofern diese auch ihre jeweilige Gruppe gewinnen.

Präsentiert sich Kolumbien in der Form wie zuletzt in Europa, kann Kolumbiens Fußball bei der WM 2014 durchaus von sich reden machen: Bei zwei Gastspielen gelang ein Sieg gegen die in der WM-Qualifikation jeweils ungeschlagenen Belgier (0:2) und ein Unentschieden gegen die Niederlande (0:0).

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